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Philosophische Praxis und Spirituelle Praxis

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  • Zen-Geschichten (15)

    Ein Soldat namens Nobushige kam zu Hakuin und fragte: «Gibt es wirklich ein Paradies und eine Hölle?»
    «Wer bist du?» erkundigte sich Hakuin. «Ich bin ein Samurai», antwortete der Krieger. «Du ein Soldat!» rief Hakuin. «Welcher Herrscher mag dich wohl zur Schildwache haben? Dein Gesicht sieht aus wie das eines Bettlers.»
    Nobushige wurde so wütend, daß er nach seinem Schwert griff, aber Hakuin fuhr fort: «So, du hast ein Schwert! Deine Waffe ist wohl viel zu stumpf, um mir den Kopf abzuschlagen.»
    Als Nobushige sein Schwert zog, bemerkte Hakuin:
    «Hier öffnen sich die Pforten der Hölle!»
    Bei diesen Worten steckte der Samurai, der die Methode des Meisters erkannte, sein Schwert in die Scheide zurück und verneigte sich.
    «Hier öffnen sich die Pforten des Paradieses», sagte Hakuin.
    Paul Reps: Ohne Worte, ohne Schweigen, Paul Reps (Hrsg.) (Zen-Meister Hakuin (1685-1768) gilt als Begründer der modernen Rinzai-Schule im Zen-Buddhismus), Bern u. a.: O.W. Barth Verlag bei Scherz, 1989, S. 72 f.