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Philosophische Praxis und Spirituelle Praxis

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  • Warum bloß steigt Narziß aus dem Fluß seiner Lebendigkeit aus? Die Antwort des Mythos auf diese Frage ist folgende: Narziß wurde in der Vergewaltigung einer Nymphe durch einen Flußgott gezeugt. So trägt er in sich das traumatische Vorurteil, daß Lebendigkeit destruktiv sei. In ihm stoßen die Triebkraft des Flußgottes und die Panik der Nymphe aufeinander. In Identifizierung mit dieser, seiner Nymphe, bedeutet Lebendigkeit für ihn Überwältigung, Autonomieverlust und Demütigung. Sein Lebensschoß verschließt sich aus Lebensangst. - Auch narzißtische Menschen gehen auf der traumatischen Spur einer alten Vergewaltigung. Früh zerstörte rücksichtsloses Eindringen fremder Übermacht ihre Lebendigkeit: Bezugspersonen, die das Kind überwältigten, statt es zu fördern.
    Gleichzeitig mit der Nymphenmutter schlummert in Narziß auch sein Vater, der alte Flußgott. Dessen Befreiung, das heißt der Lösung des Triebflusses, gilt die Sehnsucht narzißtischer Menschen. Diese kann sich nicht erfüllen, ehe in Narziß keine neue Vereinigung zwischen dem Flußgott und der Nymphe, keine innere Zeugung in Liebe stattfindet.
    Peter Schellenbaum: Nimm deine Couch und geh! Heilung mit Spontanritualen, 4. Aufl. Muenchen: dtv, 2002, S. 132